Der Son Jarocho hat auch in die klassische Musik Eingang gefunden, zum Beispiel im Huapango von José Pablo Moncayo, der „zweiten Nationalhymne Mexikos“. Diese Aufnahme stammt von einer neuen Sensation in der Musikwelt, der mexikanischen Dirigentin Alondra De la Parra.

El Huapango von José Pablo Moncayo – der Name eines Tanzes aus der Region Huasteca – variiert mehrere Sones aus Veracruz. Er wurde am 15. August 1941 uraufgeführt, wurde schnell in den mexikanischen Kanon aufgenommen und darf heute bei keinem nationalen Anlass fehlen. Während des Doppeljubiläums zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit und des 100. Jahrestags des Beginns der Revolution wurde er unter anderem von Alondra De la Parra und dem Orquesta Filarmónica de las Américas (POA) gespielt.

Alondra De la Parra ist das neue Wunderkind der mexikanischen Musik. Mit sieben lernte sie Klavier, mit dreizehn besuchte sie ein musisches Internat in England, danach studierte sie in New York Klavier – so weit, so normal. Dann wechselte sie allerdings ins Dirigentenfach, wo es bis heute so gut wie keine Frauen gibt. Im Alter von nur 23 Jahren gründete sie das POA zur Förderung des musikalischen Nachwuchses in Mexiko. Nachdem das Orchester ironischerweise aus Mangel an Förderung eingestellt werden musste, gab sie Auftritte als Gastdirigentin in aller Welt, darunter auch in Potsdam, Moritzburg und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, und nutzte diese, um mexikanische Komponisten vorzustellen. Die Musikwelt wurde aufmerksam, Stardirigenten förderten sie, darunter der ehemalige Gewandhauskapellmeister Kurt Masur. Dann kam das Queensland Symphony Orchestra auf De la Parra zu und fragte an, ob sie nicht ab 2017 die Stelle der Dirigentin übernehmen wollte; nicht nur das, es richtete ihr auch eigens die Stelle der Musikdirektorin ein.

Mit ihren kaum 36 Jahre spielt De la Parra „in einer eigenen Liga“, wie der Sender NBC es ausdrückte. Und ab kommenden Jahr wird sie eine der ganz wenigen Frauen sein, die ein Sinfonisches Orchester von Weltrang leitet.

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