Als Synkretismus bezeichnet man die Vermischung von verschiedenen Religionen, wie sie in Mexiko nach der Eroberung durch die Spanier zu beobachten war. Die Fiesta de la Santa Cruz von Querétaro, zu der sich vom 12. bis 15. September mehr als zehntausend „Concheros“ zu Tänzen und einem großen Umzug einfinden, ist ein Beispiel dafür.

Gefeiert wird eine Schlacht der Chichimeken gegen die Spanier und deren Verbündete, die Otomí, die 1531 an der Stelle der heutigen Stadt Querétaro geschlagen wurde. Der Legende nach war das Kriegsglück mit den Chichimeken, bis der Apostel Jakob, auf Spanisch Santiago, auf einem weißen Ross geritten kam und den Kampf zugunsten der Spanier entschied. Auf dem Hügel, auf dem die Schlacht stattgefunden haben soll, wurde eine Kirche errichtet, und im Kirchhof tanzten Otomís und Chichimeken nun ihre traditionellen Tänze vor den Göttern und Heiligen der Spanier.

Rund um die Kirche entstanden die ersten Viertel von Querétaro. Diese barrios sind bis heute ganz der Tradition der Concheros verpflichtet. Aber sie pflegen nicht nur die rituellen Tänze, sondern haben auch ihre eigene Lebensform, hier leben viele traditionelle Heiler und Schamanen, und ihr Glauben ist eine Mischung aus christlichen und Resten prähispanischer Vorstellungen. Eine faszinierende Welt mit eigenen Regeln und Strukturen, die ich mir demnächst aus der Nähe ansehen möchte — einfach wird das allerdings nicht, denn diese barrios verwahren sich eifersüchtig gegen den Blick von Fremden.

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