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Mexiko-Lexikon: La desconfianza

„Ich weiß nicht, was ich dir raten soll…“ sagte Meli zögernd.

Es war der 21. September, zwei Tage zuvor hatte im Hochland von Mexiko die Erde gebebt. Auch Malinalco war schwer getroffen worden, die Häuschen aus Lehmziegeln hatten dem Beben nicht viel entgegenzusetzen. Insgesamt waren an die fünfhundert Häuser unbewohnbar, und sämtliche Baudenkmäler der Kolonialzeit hatten einen Knacks. Ich hatte Meli angerufen um zu hören, wie es ihr ging, und ob ich irgendwie helfen konnte. Außerdem erzählte ich ihr, dass ich eine befreundete Architektin unterstützen wollte.

„Also, ich wäre da vorsichtig…“

Ich horchte auf.

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Das Große Beben von 1985

WANTED! Der Hintermann der mexikanischen Drogenmafia

Gesucht wird der Hintermann und Geldgeber der mexikanischen Drogenbanden. Ihm wird vorgeworfen, die Kartelle pro Jahr mit rund 65 Milliarden US-Dollar zu unterstützen und damit die Militarisierung der Drogenbanden, die Bestechung der mexikanischen Politik, Polizei und Armee, den Terror gegen die Zivilgesellschaft, sowie die Destablisierung des gesamten mexikanischen Staates zu betreiben. Wer das ist?

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Tlaloc

Es ist Regenzeit, und weil Mexiko-Stadt bekanntlich in den Tropen liegt, gehen hier natürlich auch diese berüchtigten tropischen Wolkenbrüche nieder. Auf dem Land, wo man einen vertrauteren Umgang mit den Naturgewalten pflegt, nimmt man die nachfolgenden Überflutungen eher mit stoischer Gelassenheit. Aber die Hauptstädter empfinden sie als Zumutung und Symbol für alles, was in Mexiko schief läuft. Schuld sind natürlich die korrupten Politiker, und gleich danach die gringos. Aber mal ehrlich: Was können wir Menschlein schon gegen einen zürnenden Regengott ausrichten? Weiterlesen „Tlaloc“

So sieht’s aus in Xalapa

Ya te dieron en tu madre, Jalapeño — frei übersetzt: Die haben dich ganz schön fertig gemacht, Jalapeño. Selten hat ein Graffiti es so gut getroffen. Der Bundesstaat Veracruz ist inzwischen schlimmer von der Gewalt der Narcos betroffen als Guerrero und Michoacán.

Mexiko-Lexikon: El descaro

Mein Freund Moi aus Xalapa hat kein Talent dafür, Politikerstimmen nachzuahmen, aber die quäkende Stimme von Javier Duarte bekommt er prima hin. Am Tag nachdem Duarte als Gouverneur von Veracruz zurückgetreten ist und spurlos verschwunden ist, sitzt er in seinem Buchladen an einem Tischchen und bläst die Backen auf. „Ich liebe Veracruz. Und es gibt viel zu tun“, schnarrt er. „Aber ich muss meinen Namen und meine Ehre von den infamen Lügen reinwaschen, und deswegen trete ich zurück.“ Moi verdreht die Augen. „Qué pinche descaro.“

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Film: Desierto

Jetzt ist Desierto in Deutschland als DVD im Handel, der neue Film von Jonás und Alfonso Cuarón (den Machern von Gravity) mit Gael García Bernal und Jeffrey Dean Morgan in den Hauptrollen.

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Mexicanos en Alemania

Die Geschichten von Migranten sind immer auch ein Spiegel des Landes, in das sie kommen. Deshalb finde ich die Geschichte von Citlali und Eduardo, zwei Mexikanern in Berlin, gleich doppelt interessant.

Die andere Seite der Migration

EllenCalmus mit einer Migrantenfamilie aus Malinalco
Wenn über Migration gesprochen wird — und es wird sehr viel darüber gesprochen —, dann fast ausschließlich aus Sicht der Zielländer. Dabei hat die Migration auch gewaltige Auswirkungen auf die Herkunftsländer der Migranten. Auch in Malinalco, das Sie vielleicht aus meinem Buch kennen.

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Mexiko-Lexikon: El Señor Presidente

auswahl_013Wie praktisch, wenn sich ein Präsident schon vor seiner Wahl ein bisschen mit dem politischen System befasst – da weiß er doch gleich, wo das Personalglöckchen ist, mit dem er seine Lakaien antanzen lassen kann, wenn er erst einmal auf dem Thron sitzt. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hat sich während seines Jurastudiums besonders eingehend mit dem Thema beschäftigt und zum Abschluss eine 200-seitige Arbeit über das mexikanische Präsidialsystem vorgelegt. Da hat sich jemand gut vorbereitet. Weiterlesen „Mexiko-Lexikon: El Señor Presidente“

Los Machos

In der Telenovela El Sexo Débil (Das schwache Geschlecht, 2011) nimmt Produzent Epigmenio Ibarra die mexikanischen Machos aufs Korn. Im Mittelpunkt steht die Familie Camacho: Vater Agustín Camacho, Kardiologe, der sich in seiner Vorzeigefamilie immer einsam gefühlt hat, und seine vier Söhne: der Gynäkologe Álvaro, der sich vom Erfolg seiner Frau bedroht fühlt; der Schönheitschirurg Julián mit einem »besonderen Händchen für Frauen«; der Psychiater Dante, der sich selbst nicht versteht; und der Neurologe Bruno, der als einziger eine glückliche und homosexuelle Beziehung führt. In 120 täglich ausgestrahlten Folgen mutieren die Ca-Machos zu Softis und die Telenovela zur Bildungsanstalt des neuen mexikanischen Mannes. Schade, dass es vor allem Frauen sind, die Telenovelas schauen. (Ein Klick auf die Namen führt zu den jeweiligen Trailern.)

Buch: Schreiben unter Einsatz des Lebens

98C„Wir würden ja gerne was über den Drogenkrieg veröffentlichen. Aber von mexikanischen Autoren habe ich zu dem Thema noch nie ein vernünftiges Buch in die Finger bekommen. Warum ist das so?“ fragte mich vor ein paar Jahren eine Lektorin auf der Frankfurter Buchmesse.

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Zum Studieren nach Mexiko?

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Quelle: Studyworld-Blog

Ob ein Semester, Praktikum oder gleich ein internationaler Studiengang an mehreren Standorten: Die Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, sind zahlreich. Auf der diesjährigen studyworld präsentiert sich Mexiko im Deutsch-Mexikanischen Jahr als Partner und stellt sich und seine Studienmöglichkeiten vor. Im Vorfeld gibt der studyworld blog einen kleinen Einblick in das mögliche Studium in Mexiko.

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Buch: Im Land der letzten Dinge

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In einem Kapitel seines neuen Buchs Eine Geschichte der Gewalt beschreibt der salvadorianische Journalist Óscar Martínez, wie die Anwohner einer ärmlichen Straße von San Salvador aus ihren Häuschen fliehen. Panisch zerren sie Matratzen und Tische aus ihren schmalen Türen und verladen sie auf Pritschenwagen, um sich zu Verwandten in anderen Stadtteilen zu flüchten. Die Szene wird live im Fernsehen übertragen, und vor laufenden Kameras erklären einige verschreckte Anwohner den Grund ihrer Flucht: Einige Wochen zuvor waren vier Frauen der Bande „Barrio 18“ in ein Haus in der Straße gezogen. Nach einigen Beschwerden hatte der Vermieter den Frauen gekündigt, und weil sie nicht freiwillig gingen, hatte er eines Tages in ihrer Abwesenheit geräumt. Als die Frauen ihr leeres Haus vorfanden, verständigten sie ihre Freunde. Die gingen von Tür zu Tür und erklärten den Anwohnern, sie hätten 24 Stunden Zeit, um ihre Häuser zu verlassen, sonst müssten sie mit dem Schlimmsten rechnen. Das war am Abend zuvor passiert. Die Anwohner nahmen die Drohung ernst, denn erst vor wenigen Monaten hatten Angehörige der Bande an der Hauptstraße des Viertels einen Bus mit über dreißig Insassen in Brand gesteckt und die fliehenden Fahrgäste erschossen.

Inzwischen trifft die Polizei in der Straße ein. Sie fordert die Anwohner zum Bleiben auf und drängt die Fernsehreporter zurück. Óscar Martínez, der sich auch unter den Journalisten befindet, duckt sich in einen Türeingang und wird Zeuge, wie der Einsatzleiter die Nachbarn überreden will, dass sie unter dem Schutz der Polizei stehen. Als das nicht fruchtet, fordert der Beamte die Nachbarn auf zu beten. Weiterlesen Buch: Im Land der letzten Dinge“

Buch: Die Verbrannten

bestiaJeden Nachmittag auf dem Nachhauseweg komme ich an ihnen vorüber. Meist sind es vier oder fünf junge Männer, manchmal ist ein älterer darunter, selten eine Frau. Trotz der Hitze tragen sie dicke Kapuzenpullis, auf dem Rücken kleine Rucksäcke mit ihren wenigen Habseligkeiten. Zwei stehen an der Bremsschwelle hinter dem Bahndamm, wo die Autos langsamer werden, und heben die Hand zu einer Geste des Essens an den Mund. Die anderen liegen im Schatten einer Mauer und sehen sich wachsam um.

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