Suche

Aus Mexiko

Schlagwort

Día de Muertos

Spiel und Ernst…

…lassen sich in Mexiko nie klar voneinander trennen. Im Día de Muertos vereinen sich Gedenken und Karneval, private Erinnerung und kollektives Schauspiel, Trauer und Ausgelassenheit, alles gleichzeitig, alles mit Hingabe. (Foto: Umzug in Malinalco, Michelle Keller)

Advertisements

Día de Muertos in Oaxaca

Día de Muertos

Mexiko ist eine quicklebendige und kreative Kultur. Die Mexikaner lieben ihre Traditionen, aber sie spielen auch mit ihnen, wandeln sie ab und denken sich ständig etwas Neues aus. Zum Beispiel diesen Umzug zum Día de Muertos in Mexiko-Stadt. In Städten wie Oaxaca und Aguascalientes und selbst in Malinalco gab es solche Umzüge schon länger, in CDMX erst seit zwei Jahren, und seit diesem Jahr hat auch Querétaro seine Catrina-Parade. Neben diesen karnevalesken Publikumsveranstaltungen bestehen die Traditionen natürlich weiter, die Familien stellen zuhause ihre Altäre auf oder schmücken die Gräber und verbringen die Nächte auf dem Friedhof mit den Verstorbenen.

Blumen und Tod

Die Mexikaner, heißt es, haben zwei Laster: die Blumen und den Tod. Ende Oktober finden die beiden zusammen. Dann verwandeln sich die mexikanischen Märkte in ein leuchtendes Meer aus Orange, an jedem Stand und auch davor auf der Straße werden Cempasúchils verkauft. Das sind orangefarbene Blumen aus der Familie der Tagetes, die nur in Mexiko vorkommen, und mit denen die Altäre der Toten geschmückt werden, die in diesen Tagen in allen Häusern und auf allen öffentlichen Plätzen aufgebaut werden. Außerdem werden vor den Häusern die Blütenblätter auf die Straße gestreut, um den Toten den Weg nach Hause zu weisen. Weiterlesen „Blumen und Tod“

Los Muertos

In Mexiko, hört man, nimmt man das mit dem Tod nicht so ernst. Oder furchtbar ernst, je nachdem. Er gehört jedenfalls mehr zum Alltag als in Deutschland, wo er sorgsam unter den Teppich gekehrt wird. Deswegen ist es auch normal, dass Bestattungsinstitute Kinowerbung machen. Sehr gute sogar — J. García López hat eine Menge Preise für seine Spots bekommen. Jetzt, wo „Los Muertos“ näher kommen, ist eine schöne Gelegenheit, sich wieder mal ein paar davon anzusehen.

 

Das Dorf der Toten

52753bf186661

Pedro Páramo von Juan Rulfo (1955) ist der moderne mexikanische Roman schlechthin und der klassische Roman zum Día de Muertos. Auf der Suche nach seinem Vater kommt der junge Juan Preciado nach Comala, ein Dorf, in dem nur noch Tote, tja, leben. Der folgende Auszug stammt aus der ausdrucksstarken ersten Übersetzung durch die deutsche Exildichterin Marianne Frenk, „La Emperatriz de México“, die inzwischen leider vergriffen ist. Wer das Buch in der neueren (und schwächeren) Übersetzung von Dagmar Ploetz lesen möchte, findet es →hier, aber ich würde eher den Gang ins Antiquiariat empfehlen.
Weiterlesen „Das Dorf der Toten“

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑