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Mexiko-Lexikon: La Seguridad

taxiTaxifahrer haben immer die besten Geschichten, und ich unterhalte mich gern mit ihnen. So wie neulich in Coyoacán, als mein Fahrer die Polizeistreife an der nächsten Straßenecke sah und sich rasch den Sicherheitsgurt über die Brust zog, ohne ihn einzustecken. Nachdem wir vorbeigefahren waren, ließ er den Gurt wieder schnalzen. Das hatte ich schon oft beobachtet und mich gefragt, ob das nicht anstrengender ist, als sich gleich anzuschnallen. Und vor allem unsicherer. Weiterlesen „Mexiko-Lexikon: La Seguridad“

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Augen auf beim Wohnungskauf

Auswahl_029Neulich riefen mich zwei deutsche Freunde aus Mexiko-Stadt an. Sie standen kurz davor, eine Wohnung in Coyoacán zu kaufen und waren sich sogar schon mit dem Verkäufer einig geworden, hatten dann aber kalte Füße bekommen. Sie hatten gehört, es sei so schwierig, in Mexiko eine Wohnung zu kaufen, und baten mich um meine Meinung.

In Wirklichkeit ist der Kauf eines Hauses, einer Wohnung oder eines Grundstücks in Mexiko gar nicht so kompliziert — man muss aber ein paar Dinge beachten.

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Spiel und Ernst…

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…lassen sich in Mexiko nie klar voneinander trennen. Im Día de Muertos vereinen sich Gedenken und Karneval, private Erinnerung und kollektives Schauspiel, Trauer und Ausgelassenheit, alles gleichzeitig, alles mit Hingabe. (Foto: Umzug in Malinalco, Michelle Keller)

Día de Muertos in Oaxaca

Día de Muertos

Mexiko ist eine quicklebendige und kreative Kultur. Die Mexikaner lieben ihre Traditionen, aber sie spielen auch mit ihnen, wandeln sie ab und denken sich ständig etwas Neues aus. Zum Beispiel diesen Umzug zum Día de Muertos in Mexiko-Stadt. In Städten wie Oaxaca und Aguascalientes und selbst in Malinalco gab es solche Umzüge schon länger, in CDMX erst seit zwei Jahren, und seit diesem Jahr hat auch Querétaro seine Catrina-Parade. Neben diesen karnevalesken Publikumsveranstaltungen bestehen die Traditionen natürlich weiter, die Familien stellen zuhause ihre Altäre auf oder schmücken die Gräber und verbringen die Nächte auf dem Friedhof mit den Verstorbenen.

Blumen und Tod

Die Mexikaner, heißt es, haben zwei Laster: die Blumen und den Tod. Ende Oktober finden die beiden zusammen. Dann verwandeln sich die mexikanischen Märkte in ein leuchtendes Meer aus Orange, an jedem Stand und auch davor auf der Straße werden Cempasúchils verkauft. Das sind orangefarbene Blumen aus der Familie der Tagetes, die nur in Mexiko vorkommen, und mit denen die Altäre der Toten geschmückt werden, die in diesen Tagen in allen Häusern und auf allen öffentlichen Plätzen aufgebaut werden. Außerdem werden vor den Häusern die Blütenblätter auf die Straße gestreut, um den Toten den Weg nach Hause zu weisen. Weiterlesen „Blumen und Tod“

Los Muertos

In Mexiko, hört man, nimmt man das mit dem Tod nicht so ernst. Oder furchtbar ernst, je nachdem. Er gehört jedenfalls mehr zum Alltag als in Deutschland, wo er sorgsam unter den Teppich gekehrt wird. Deswegen ist es auch normal, dass Bestattungsinstitute Kinowerbung machen. Sehr gute sogar — J. García López hat eine Menge Preise für seine Spots bekommen. Jetzt, wo „Los Muertos“ näher kommen, ist eine schöne Gelegenheit, sich wieder mal ein paar davon anzusehen.

 

Mexikanische Öffnungszeiten

Photo0307.v01 Weiterlesen „Mexikanische Öffnungszeiten“

Mexiko-Lexikon: ¡Total…!

alebrijeHandwerker sind in aller Welt gefürchtet, doch die mexikanischen Handwerker spielen in einer ganz eigenen Liga. Egal wie man sich vorbereitet, man kann nicht gegen sie gewinnen. Dafür kann man von ihnen eine Menge übers Leben lernen.

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Mexiko-Lexikon: Lo que pasa es que

habla„Und der Gips?“ frage ich den Verputzer.

Weil mexikanische Handwerker nie Geld vorstrecken, habe ich ihm am Abend zuvor 300 Pesos mitgegeben, damit er einen Sack Gips besorgt.

Er sieht mich unschuldig an.

Lo que pasa es que, meiner Mutter geht’s nicht gut, und ich musste mit ihr nach Iztapalapa zu einer Heilerin. Die hat uns aufgetragen, dem Heiligen Juan Crisóstomo eine Kerze mit Korianderduft anzuzünden. Deswegen sind wir mit dem Taxi ins Zentrum und haben im Mercado de Sonora eine Kerze gekauft…“

Lo que pasa es que ist eine der Redewendung, die man als Ausländer unbedingt kennen sollte.  Weiterlesen „Mexiko-Lexikon: Lo que pasa es que“

Mexiko-Lexikon: La corrupción somos todos

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Es war ein leichter Unfall. Auf der Stadtautobahn von Xalapa mischte sich der Feierabend- in den Durchgangsverkehr, in einer Kurve stockte es, und der schwarze Pickup mit den verspiegelten Scheiben fuhr auf mein Taxi auf. Es tat einen leichten Rumms, mein Kopf nickte einmal vor, einmal zurück, und einmal an die Decke des Wagens. So beginnen in Mexiko Begegnungen mit der Korruption.

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Sortimentpflege in Mexiko

Auswahl_010Die Buchhandlungen von Xalapa haben eher mäßigen Zulauf. Wenn ich Moisés in seinem Laden mit dem schönen Namen Hyperión besuche, dann sitzt er meistens nebenan im Café Tierra Luna und schielt gelegentlich durch die Glastür, um zu sehen, ob sich nicht doch jemand hineinverirrt hat. Sein Publikum besteht fast ausschließlich aus Professoren und Studenten der höheren Semester, und in den Semesterferien machen auch die sich rar.

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Nicht nur zur Weihnachtszeit

Weihnachten und Advent werden natürlich im ganzen Land ausgiebig gefeiert, aber nirgends mehr als in Xochimilco im Süden von Mexiko-Stadt. Hier ufern die Feiern derart aus, dass man  das Wort „Weihnachten“ neu definieren müsste.

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Aquí nos tocó vivir

In ihrer legendären Sendung Aquí nos tocó vivir besucht die Journalistin und Buchautorin Cristina Pacheco seit genau vierzig Jahren Menschen in Mexiko-Stadt und lässt sie aus ihrem Leben und Alltag erzählen. Für ihren Beitrag zur Erinnerungskultur der Stadt wurde die Serie von der UNESCO ausgezeichnet. In dieser Folge besucht sie eine banda von Straßenmusikern aus dem Stadtteil Chimaluacán, einer kleinen Kolonie von Oaxaqueños in der Megalopolis. Es ist schwer, aus den vielen faszinierenden Folgen eine auszuwählen, aber zum Glück gibt es weitere auf youtube, z.B. hier sämtliche Folgen des Jahres 2016 — ein Einblick in den mexikanischen Alltag, wie man ihn anderswo kaum findet.

Mexiko-Lexikon: El folio

Auswahl_033Tu folio?“ fragt der Riese hinter dem Schalter und klimpert mit seinen Mädchenwimpern.

Folio? Ich sehe Lulú an.

„Die Bearbeitungsnummer. Steht auf deinem Antragsformular.“

Ich klappe die Mappe mit den Unterlagen für die Migra, die berüchtigte Ausländerbehörde auf. Vor drei Wochen war ich schon einmal da und habe meinen Antrag auf eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis eingereicht. Gestern habe ich einen Brief bekommen, dass ich meinen Bescheid abholen kann. Zum Glück habe ich eine Kopie des Antrags dabei. Ich hole sie aus der Mappe und zeige dem Beamten die Nummer.

„Ah“, sagt der Riese. „Das ist deine Eingangsnummer. Ich brauche die Ausgangsnummer.“

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