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Mexikanische Öffnungszeiten

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Mexiko-Lexikon: Lo que pasa es que

habla„Und der Gips?“ frage ich den Verputzer.

Weil mexikanische Handwerker nie Geld vorstrecken, habe ich ihm am Abend zuvor 300 Pesos mitgegeben, damit er einen Sack Gips besorgt.

Er sieht mich unschuldig an.

Lo que pasa es que, meiner Mutter geht’s nicht gut, und ich musste mit ihr nach Iztapalapa zu einer Heilerin. Die hat uns aufgetragen, dem Heiligen Juan Crisóstomo eine Kerze mit Korianderduft anzuzünden. Deswegen sind wir mit dem Taxi ins Zentrum und haben im Mercado de Sonora eine Kerze gekauft…“

Lo que pasa es que ist eine der Redewendung, die man als Ausländer unbedingt kennen sollte.  Weiterlesen „Mexiko-Lexikon: Lo que pasa es que“

Mexiko-Lexikon: La corrupción somos todos

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Es war ein leichter Unfall. Auf der Stadtautobahn von Xalapa mischte sich der Feierabend- in den Durchgangsverkehr, in einer Kurve stockte es, und der schwarze Pickup mit den verspiegelten Scheiben fuhr auf mein Taxi auf. Es tat einen leichten Rumms, mein Kopf nickte einmal vor, einmal zurück, und einmal an die Decke des Wagens. So beginnen in Mexiko Begegnungen mit der Korruption.

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Sortimentpflege in Mexiko

Auswahl_010Die Buchhandlungen von Xalapa haben eher mäßigen Zulauf. Wenn ich Moisés in seinem Laden mit dem schönen Namen Hyperión besuche, dann sitzt er meistens nebenan im Café Tierra Luna und schielt gelegentlich durch die Glastür, um zu sehen, ob sich nicht doch jemand hineinverirrt hat. Sein Publikum besteht fast ausschließlich aus Professoren und Studenten der höheren Semester, und in den Semesterferien machen auch die sich rar.

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Nicht nur zur Weihnachtszeit

Weihnachten und Advent werden natürlich im ganzen Land ausgiebig gefeiert, aber nirgends mehr als in Xochimilco im Süden von Mexiko-Stadt. Hier ufern die Feiern derart aus, dass man  das Wort „Weihnachten“ neu definieren müsste.

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Aquí nos tocó vivir

In ihrer legendären Sendung Aquí nos tocó vivir besucht die Journalistin und Buchautorin Cristina Pacheco seit genau vierzig Jahren Menschen in Mexiko-Stadt und lässt sie aus ihrem Leben und Alltag erzählen. Für ihren Beitrag zur Erinnerungskultur der Stadt wurde die Serie von der UNESCO ausgezeichnet. In dieser Folge besucht sie eine banda von Straßenmusikern aus dem Stadtteil Chimaluacán, einer kleinen Kolonie von Oaxaqueños in der Megalopolis. Es ist schwer, aus den vielen faszinierenden Folgen eine auszuwählen, aber zum Glück gibt es weitere auf youtube, z.B. hier sämtliche Folgen des Jahres 2016 — ein Einblick in den mexikanischen Alltag, wie man ihn anderswo kaum findet.

Mexiko-Lexikon: El folio

Auswahl_033Tu folio?“ fragt der Riese hinter dem Schalter und klimpert mit seinen Mädchenwimpern.

Folio? Ich sehe Lulú an.

„Die Bearbeitungsnummer. Steht auf deinem Antragsformular.“

Ich klappe die Mappe mit den Unterlagen für die Migra, die berüchtigte Ausländerbehörde auf. Vor drei Wochen war ich schon einmal da und habe meinen Antrag auf eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis eingereicht. Gestern habe ich einen Brief bekommen, dass ich meinen Bescheid abholen kann. Zum Glück habe ich eine Kopie des Antrags dabei. Ich hole sie aus der Mappe und zeige dem Beamten die Nummer.

„Ah“, sagt der Riese. „Das ist deine Eingangsnummer. Ich brauche die Ausgangsnummer.“

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Mexiko-Lexikon: Tú y Usted

Auswahl_029Im Deutschen ist die Sache mit dem Sie und Du glasklar: Wir siezen uns, bis Sie mir eines Abends unter dem Tresen vertraulich zuzwinkern und lallen: »Ich bin übrigens der Alfred.« Dann stoßen wir an und besiegeln eine Blutsbrüderschaft fürs ganze Leben. Zugegeben, auch im Deutschen ist die Sache mit dem Du heute gleichzeitig entspannter und unklarer geworden. Aber so undurchschaubar wie in Mexiko wird es wohl nie werden.

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Lucha Libre

„Wenn Du in den Ring steigst, weiß du nie, was passiert — ob du unverletzt rauskommst, oder ob du im Leichenschauhaus landest.“ (Blu Panter)

„Lucha Libre ist Therapie, Katarsis. Du lässt alles raus, was sich in dir angestaut hat und was du unterdrückt hast.“ (Dos Caras, Luchador)

„Wenn Blu Panter auf seinen Gegner einschlägt, dann ist das nicht Blu Panter, sondern dann bin ich das, der auf seinen Chef, seinen Mitschüler oder seinen Schwiegervater einschlägt. Die Zuschauer versetzen sich in die Rolle des Luchadors und deshalb erkennen sie sich selbst nicht wieder.“ (Julio Cesar Rivera, Journalist)

Doris Dörrie hat in der →ZEIT einen Abend in der Arena México beschrieben.

Las mañanitas

Für alle, die heute Geburtstag haben, das mexikanische Geburtstagsständchen „Las mañanitas“. Und für alle anderen auch. Diese Version singt Pedro Infante im Film La Tercera Palabra (1955). Und für alle, die statt des ewigen „Happy Birthday“ mal was anderes singen wollen, hier der Text: Weiterlesen „Las mañanitas“

Die Königin von Mexiko

Auswahl_004Der 12. Dezember ist der Tag Unserer Lieben Frau von Guadalupe – vielleicht der eigentliche mexikanische Nationalfeiertag. Während der ersten beiden Dezemberwochen wird vor ihren Kirchen gefeiert, und aus dem ganzen Land brechen die Pilger zu ihrem Heiligtum auf, der Basilica de Guadalupe in Mexiko-Stadt. Die „Vírgen de Guadalupe“ ist allgegenwärtig in Mexiko – gelegentlich auf unerwartet fröhliche Weise. Die bunten „Virgencitas“ der Designerin Amparo Serrano schmücken Handyhüllen, Gürtelschnallen, Ketten, USB-Sticks – ihre Fantasie scheint keine Grenzen zu kennen.

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Mexiko-Lexikon: Por eso estamos como estamos

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Als sich Bildungsminister Aurelio Nuño neulich in einer Grundschule in Puebla über die Bedeutung des Lesens verbreitete, erlebte er eine kleine Überraschung. Nachdem er das Wort lesen — leer — dreimal hintereinander ler statt le-er ausgesprochen hatte, korrigierte ihn die neunjährige Andrea López: „Das heißt le-er“. Was dann passierte, erinnerte einmal mehr an eine fatalistische mexikanische Redewendung.

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Mexiko-Lexikon: Calor y frío

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Als ich eines Morgens im Dezember vor dem Haus meiner Schwiegereltern in der Colonia del Valle vorfuhr, fegte Doña María gerade den Gehsteig. Entgeistert blickte sie auf meine kurzen Ärmel und rief: „Ist dir nicht kalt?“ Erst schüttelte ich den Kopf, dann sie.

„Also mir ist kalt“, meinte sie. „Hace fresco – es ist frisch“.

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Mexiko-Lexikon: El relajo

Auswahl_009Ich habe mich lange darüber gewundert, dass sich die Mexikaner an ihrem Nationalfeiertag rot-weiß-grün-gestreifte Perücken aufsetzen, Schnurrbärte ankleben, wagenradgroße Sombreros aufsetzen, sich gegenseitig mit Mehl und Konfetti-Eiern bewerfen und dazu „Viva México, Cabrones!“ grölen — einen Ruf, den man vielleicht mit „Es lebe Mexiko, ihr Böcke“ übersetzen könnte. Als jemand, der dem Nationalismus in jeglicher Form mit großem Misstrauen begegnet, habe ich das lange als Ausdruck einer sympathischen Selbstironie verstanden. Bis mich ein befreundeter Philosoph aufklärte.
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Nostalgie

Es wäre wohl zu einfach, Mexiko-Stadt auf ein einziges Lebensgefühl reduzieren zu wollen, aber wenn ich eines benennen sollte, dem ich besonders häufig begegne, dann ist dies die Nostalgie. Weiterlesen „Nostalgie“

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